In der
deutschen Fachliteratur findet sich der Begriff Geragogik erstmalig
Anfang der 1950er Jahre, doch erst in den 1970er Jahren fand er in
einem etwas breiter angelegten Diskurs Verwendung. Die
wissenschaftliche Disziplin „Geragogik“ bezieht sich
auf die Bereiche Forschung / Wissenschaft, Lehre / Aus-, Fort- und
Weiterbildung und Lernen / Altenbildung. Damit weist die Geragogik
(wie die Pädagogik) eine wissenschaftliche Disziplin, ein
Lehrfach und ein eigenes Praxisfeld aus. Intendiert ist, durch
professionell angeregte und begleitete Lernprozesse Ältere
dabei zu unterstützen, ihre individuellen Ressourcen und
Potenziale zu erkennen und weiterzuentwickeln sowie die eigenen
Bedürfnisse zu artikulieren und ihnen verantwortlich Rechnung
zu tragen. Der Geragogik geht es darum, den älteren
Erwachsenen und alten Menschen im Lebenslauf und
Sozialisationsprozess zu begleiten. Es geht in der Arbeit mit
älteren Menschen um Prozesse der tertiären Sozialisation,
wobei diese mit solchen der sekundären vernetzt wird. Gemeint
ist damit intergenerationelles Lernen zwischen Jüngeren
(sekundäre Sozialisation) und Älteren (tertiäre
Sozialisation). Geragogisch angeleitete Bildungsarbeit mit
Älteren zielt auf die Prävention bzw. Überwindung
von Entscheidungs- und Sinnkrisen. Damit sollen Bedingungen
geschaffen werden, die die Voraussetzung bilden für die
Bewältigung zukünftiger Aufgaben.